Muss ich eine Gaspreiserhöhung hinnehmen?
Die Gaskosten steigen ständig und vor allem dann, wenn Sie als Kunde Ihr Gas zum Grundversorgungstarif beziehen, kann dies den eigenen Geldbeutel empfindlich treffen. In der Regel haben Sie jedoch bei einer Erhöhung des Gaspreises Möglichkeiten zu reagieren und müssen die Erhöhung nicht so ohne weiteres hinnehmen.

Sonderkündigungsrecht bei Gaspreiserhöhung
Wenn ein Gasanbieter eine Preiserhöhung ankündigt, dann hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht und kann zu einem anderen Gasanbieter wechseln. Die Preiserhöhung muss vor dem Inkrafttreten veröffentlicht werden und darüber hinaus dem Endkunden schriftlich mitgeteilt werden. So hat man als Kunde die Möglichkeit den Gasanbieter im Falle einer Gaspreiserhöhung zu wechseln und sich über einen kostenlosen Preisvergleich Gas nach einem neuen Gaslieferanten umzusehen. Meist gibt es dabei eine positive Überraschung: Die Einsparungen beim Gasanbieterwechsel können mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.

Wechsel des Gasanbieters
Um bei einer Gaspreiserhöhung den Gasanbieter unkompliziert wechseln zu können, sollten Sie einige Punkte beachten. Im Allgemeinen überlässt man bei einem Anbieterwechsel die Kündigung des Gasversorgers dem gewählten neuen Gaslieferanten. Eine Ausnahme bildet die Kündigung aufgrund von Preiserhöhungen. Hier muss man oft schnell reagieren, da einige Gasanbieter für die Sonderkündigung nur eine Frist von zwei Wochen einräumen. Diese Kündigung muss unbedingt schriftlich erfolgen und sollte per Einschreiben an den Gasversorger gesandt werden. Vermerken Sie auf dem Neuantrag unbedingt, dass Sie Ihren alten Gasanbieter bereits gekündigt haben.

Unberechtigte Gaspreiserhöhungen sind unzulässig
Wer das Gefühl hat, dass die Preiserhöhungen des Gasanbieters nicht mit rechten Dingen zugehen, der sollte sich an eine Verbraucherzentrale in der Nähe wenden. In den letzten Jahren gab es immer wieder Sammelklagen von Gaskunden, die sich gegen unrechtmäßige Erhöhungen des Gaspreises erfolgreich zur Wehr setzen. Im Falle einer erfolgreichen Klage müssen zu viel entrichtete Beträge vom Gasanbieter zurückerstattet werden.

Grundsätzlich müssen die Gasanbieter ihre Preiserhöhungen transparent halten. Eine ausschließliche Begründung einer Preiserhöhung mit der allgemeinen Preisentwicklung auf dem Energiemarkt oder der Ölpreisbindung (Preisgleitklausel in Lieferverträgen) sind unzulässig und müssen von Ihnen als Verbraucher nicht widerspruchslos hingenommen werden.

Als Gaskunde können Sie Ihr Geld zurückverlangen
Nach einem Urteil des Hamburger Landgerichtes gegen den Gasanbieter E.ON Hanse können Gaskunden Ihr Geld zurückverlangen. Auch die Preiserhöhungen anderer Gaslieferanten, die mit bestimmten Preiserhöhungsklauseln in den Lieferverträgen untersetzt wurden, wurden bereits gerichtlich als unrechtmäßig erkannt. Wenn auch Ihr Gasanbieter den Gaspreis willkürlich erhöht hat, dann können Sie als Kunde eine Rückzahlung der zu viel gezahlten Beträge fordern.